Stadtgefühl
So fühlt sich Arezzo an
In Arezzo begegnen sich toskanische Heiterkeit und bürgerliche Eleganz auf harmonische Weise. Das sanfte Plätschern von Brunnen und das Klappern von Kaffeetassen hallen durch die schattigen Bogengänge der Piazza Grande. Auf den Straßen spürt man den Stolz der Einwohner auf ihre jahrhundertealte Goldschmiedetradition und ihr künstlerisches Erbe. In den kleinen Werkstätten werden antike Möbel mit großer Geduld restauriert. Am Nachmittag versammeln sich die Bürger auf dem Corso Italia zum traditionellen Spaziergang im goldenen Licht der Fassaden. Das Stadtbild aus warmem Sandstein und grauem Pietra Serena strahlt Ruhe und Beständigkeit aus. Arezzo wirkt unverfälscht, lebensfroh und weniger überlaufen als andere Kunststädte der Region. Gäste werden mit einer warmen, aufrichtigen Gastfreundschaft empfangen. Die Stadt vermittelt ein authentisches Bild toskanischer Lebensart.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Arezzo gehörte als Aritim zu den zwölf mächtigen Bundesstädten des etruskischen Zwölfstädtebundes. In römischer Zeit erlangte die Siedlung unter dem Namen Arretium Weltruhm für ihre kunstvoll verzierte rote Keramik, die Arretinischen Vasen. Im Mittelalter behauptete sich die Stadt als ghibellinische Hochburg in steten Kämpfen gegen das guelfische Florenz. Berühmte Söhne der Stadt wie der Dichter Petrarca, der Kunstbiograf Giorgio Vasari und der Musiktheoretiker Guido von Arezzo prägten die europäische Kulturgeschichte nachhaltig. Die Beherrschung der Freskomalerei durch Piero della Francesca im 15. Jahrhundert schuf Kunstwerke von zeitloser Ausstrahlung. Das ritterliche Turnier Giostra del Saracino geht auf mittelalterliche Kampfübungen gegen eindringende Reiter zurück. Die vier historischen Stadtviertel treten dabei im Lanzenstechen auf der Piazza Grande gegeneinander an. Dieses Fest verbindet bürgerliche Identität und historische Leidenschaft bis heute.