Stadtgefühl
So fühlt sich Iglesias an
In Iglesias begegnen sich mittelalterliche Kirchenstille und der raue Stolz einer Bergbaustadt. Die bunten Altstadtfassaden mit ihren schmiedeeisernen Fenstergittern erinnern an die spanische Epoche Sardiniens. Auf der Piazza Sella herrscht tagsüber ein reges Kommen und Gehen der Einheimischen. In den engen Gassen duftet es nach traditionellem Gebäck und geröstetem Kaffee. Glockengeläut hallt regelmäßig von den zahlreichen Kirchtürmen durch das Tal. Am Abend füllen sich die Terrassen der Restaurants mit Leben, wenn die Hitze des Tages nachlässt. Über allem thront die Kulisse des Monte Marganai mit seinen dichten Wäldern. Die Atmosphäre ist herzlich, bodenständig und geprägt von traditionsbewussten Einwohnern. Man erlebt eine lebendige sardische Kleinstadt, die ihre Geschichte stolz nach außen trägt.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Geschichte von Iglesias ist seit der Antike untrennbar mit den reichen Silber- und Bleivorkommen der Region verbunden. Im 13. Jahrhundert gründete der pisanische Graf Ugolino della Gherardesca die Stadt unter dem Namen Villa di Chiesa. Unter seiner Herrschaft wurden die Wehrmauern, die Burg und der Dom errichtet sowie das Bergrecht kodifiziert. Später eroberten die Katalanen und Aragonesen die Siedlung und bauten sie zu einer königlichen Stadt aus. Der Bergbau erlebte im 19. Jahrhundert unter italienischer Führung einen enormen Aufschwung durch moderne Fördertechnik. Tausende Bergleute arbeiteten in den umliegenden Gruben unter oft extrem harten Bedingungen. Diese Geschichte prägte ein starkes Arbeiterbewusstsein und eine reiche Vereinskultur in der Stadt. Bedeutende religiöse Bräuche wie die spanisch geprägten Prozessionen der Karwoche sind bis heute lebendig. Sie zeugen von der tiefen Verwurzelung sakraler Traditionen im Bewusstsein der Bürger.