Stadtgefühl
So fühlt sich Cremona an
In Cremona liegt stets der feine Zauber vollkommener Musik und handwerklicher Meisterschaft in der Luft. Durch die geöffneten Fenster der zahlreichen Geigenbauerateliers dringt das leise Streichen von Geigenbögen und der Duft von edlem Holzharz und Lack. Auf der prachtvollen Piazza del Comune genießen Einheimische ihren Espresso im Schatten des gewaltigen Torrazzo. In den Schaufenstern der traditionsreichen Pasticcerien türmen sich weiße Torrone-Nougatblöcke mit gerösteten Mandeln und kandierten Früchten. Am Nachmittag leuchtet der weiße Marmor der Kathedralfassade im warmen Sonnenlicht der Po-Ebene. Die Bürger pflegen eine vornehme, herzliche Gastfreundschaft und sind tief stolz auf ihr musikalisches Welterbe. Cremona wirkt harmonisch, geschichtsbewusst und verzaubert Besucher mit seinem unverwechselbaren Klang.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Cremona entstand im Jahr 218 vor Christus als befestigte römische Kolonie am Fluss Po zur Sicherung der Grenze gegen die Kelten. Im Mittelalter wuchs die Stadt zu einer mächtigen freien Stadtrepublik heran, die in stetem Wettbewerb mit Mailand stand. Ihre historische Blütezeit erlebte die Stadt ab dem 16. Jahrhundert durch die Begründung des modernen Geigenbaus durch Andrea Amati. Weltberühmte Geigenbauerfamilien wie Stradivari und Guarneri perfektionierten die Akustik der Instrumente zu unübertroffener Meisterschaft. Auch bedeutende Komponisten wie Claudio Monteverdi wurden hier geboren und revolutionierten die europäische Musikgeschichte. Die Handwerkstradition des Geigenbaus wurde 2012 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Das alljährliche Festa del Torrone im November feiert die berühmte Mandelnougatspezialität mit historischen Umzügen, Konzerten und Märkten auf der Piazza del Comune. Dieses Fest verbindet kulinarische Tradition mit lebendiger Musikpflege.