Stadtgefühl
So fühlt sich Misilmeri an
Misilmeri empfängt Besucher mit der lebendigen Betriebsamkeit und ländlichen Herzlichkeit einer traditionsreichen sizilianischen Kleinstadt. Die mächtige Felswand mit den Resten des Schlosses ragt majestätisch über den Dächern in den Himmel. Auf dem Corso Vittorio Emanuele herrscht ein reges und freundliches Treiben beim morgendlichen Einkaufsbummel. Der Duft von reifen Früchten, ofenfrischem Brot und aromatischem Espresso zieht durch die Gassen. Am Vormittag beleben Händler die Plätze mit Produkten aus den fruchtbaren Gärten des Eleuterio-Tals. Zur Mittagszeit legt sich eine friedliche Stille über die barocken Fassaden der Stadt. Am Abend erwacht das Zentrum zur traditionellen Passeggiata im warmen Licht der Straßenlaternen. Von den Hängen blickt man auf das weite Lichtermeer des Tals hinab. Diese gelungene Mischung aus arabischer Festungsromantik, landwirtschaftlichem Reichtum und sizilianischer Gemütlichkeit nimmt jeden Besucher gefangen.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Ursprünge der Siedlung reichen bis in die arabische Epoche Siziliens zurück, als der Ort unter dem Namen Menzel el Emir, Dorf des Emirs, gegründet wurde. Emir Dschafar errichtete im zehnten Jahrhundert die wehrhafte Burg auf dem Felsen zur Sicherung der Zugänge nach Palermo. Im Mittelalter erlebte der Ort unter den Normannen und den Adelsfamilien Chiaramonte und Bonanno eine wirtschaftliche Blütezeit. Nach den Zerstörungen durch kriegerische Wirren wurden die Gotteshäuser im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert im Stil des sizilianischen Barocks erneuert. Im Mai 1860 schlossen sich die Bürger begeistert den Truppen von Giuseppe Garibaldi an, woran der Name des Hauptplatzes erinnert. Die Einführung des Kakianbaus begründete im zwanzigsten Jahrhundert den modernen landwirtschaftlichen Wohlstand der Gemeinde. Die Verehrung des Heiligen Justus prägt das religiöse Brauchtum mit festlichen Umzügen im August. Die Bürger pflegen ihre geschichtliche Identität und ihre landwirtschaftliche Tradition mit großem Stolz.