Stadtgefühl
So fühlt sich Pavia an
In Pavia empfängt Besucher eine Atmosphäre von stolzer mittelalterlicher Erhabenheit und jugendlicher universitärer Frische. In den Renaissance-Innenhöfen der Universität eilen Studenten mit Büchern über das Pflaster oder sitzen lesend auf den Stufen. Auf der sonnigen Piazza della Vittoria genießen Einheimische ihren Espresso unter bunten Marktschirmen. Aus den traditionellen Trattorien strömt der köstliche Duft von herzhaftem Risotto alla Pavese und fangfrischem Flussfisch. Am späten Nachmittag färbt das warme Sonnenlicht die roten Backsteinfassaden und die Brücke Ponte Coperto in goldene Farbtöne. Entlang des Tessin weht eine kühle Flussbrise durch die schattigen Uferpappeln. Die Bürger pflegen eine kultivierte, herzliche Gastfreundschaft und sind stolz auf ihre zweitausendjährige Geschichte als Königsstadt. Pavia wirkt lebendig, geistreich und verzaubert Besucher mit seinem unverfälschten Charme.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Pavia entstand in römischer Zeit als Militärlager Ticinum am strategischen Flussübergang des Tessin. Im sechsten Jahrhundert nach Christus erhoben die Langobarden die Stadt zu ihrer königlichen Hauptstadt, die über zwei Jahrhunderte das Machtzentrum Norditaliens bildete. In der Basilika San Michele Maggiore wurden langobardische Herrscher und römisch-deutsche Kaiser wie Friedrich Barbarossa feierlich gekrönt. Die Universität Pavia wurde 1361 von Galeazzo II. Visconti gegründet und zog weltberühmte Gelehrte wie Alessandro Volta, Gerolamo Cardano und Ugo Foscolo an. Im Februar 1525 fand vor den Toren der Stadt die weltberühmte Schlacht bei Pavia statt, bei der Kaiser Karl V. den französischen König Franz I. gefangen nahm. Die Stadt bewahrte über Jahrhunderte ihre Unabhängigkeit und ihren bürgerlichen Stolz. Das alljährliche Fest zu Ehren des Heiligen Augustinus Ende August wird mit feierlichen Messen und Prozessionen in San Pietro in Ciel d'Oro zelebriert. Diese Bräuche spiegeln die tiefe religiöse und historische Identität der Stadt wider.