Stadtgefühl
So fühlt sich Cascina an
In Cascina spürt man die geschäftige Tatkraft einer handwerklich geprägten toskanischen Kleinstadt. Unter den schattigen Arkaden des Corso Matteotti herrscht tagsüber ein reges Treiben zwischen Wochenmarkt, Boutiquen und Cafés. Aus den traditionellen Tischlerwerkstätten dringt der würzige Duft von frisch gehobeltem Holz und Wachs. Auf der Piazza della Pieve leuchtet die weiße Marmorfassade der romanischen Kirche im warmen Sonnenlicht. Die Einwohner sind stolz auf ihre mittelalterliche Wehrgeschichte und ihr meisterhaftes Möbelhandwerk. Am Abend füllen sich die Straßencafés mit Familien und Nachbarn zu einem gemütlichen Plausch. Die Atmosphäre ist herzlich, bodenständig und von toskanischer Gastfreundschaft geprägt. Cascina wirkt authentisch, lebenswert und tief im Rhythmus des Arnotals verwurzelt.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Cascina entstand im Frühmittelalter als befestigtes Castrum der Seerepublik Pisa zur Sicherung der Ostgrenze gegen Florenz. Im Juli 1364 fand hier die berühmte Schlacht von Cascina statt, bei der die florentinischen Truppen die pisanischen Verteidiger besiegten. Michelangelo schuf für diesen Kampf seinen weltberühmten, leider verloren gegangenen Wandbildkarton im Palazzo Vecchio in Florenz. Die romanische Pieve di Santa Maria zeugt bis heute vom Reichtum und der künstlerischen Blüte unter pisanischer Herrschaft. Im 19. Jahrhundert begründeten geschickte Handwerker die Tradition der Möbelfabrikation, die Cascina zum führenden Zentrum für Holzkunst in der Toskana machte. Im 20. Jahrhundert siedelte sich mit dem Gravitationswellendetektor Virgo internationale Spitzenforschung an. Das historische Fest Festa del Patrono San Genesio im August lässt alte Bräuche mit Umzügen und Konzerten aufleben. Diese Feierlichkeiten verbinden die lange Geschichte der Stadt mit moderner Festkultur.