Stadtgefühl
So fühlt sich Lucca an
In Lucca empfängt Besucher eine Atmosphäre von vornehmer Stille, bürgerlicher Eleganz und musikalischer Harmonie. Das leise Surren von Fahrradreifen auf dem glatten Kopfsteinpflaster gehört zu den typischen Geräuschen der verkehrsberuhigten Gassen. Hinter hohen Backsteinmauern und kunstvollen Schmiedeeisengittern erahnt man verwunschene Renaissancegärten mit Brunnen. Auf den Plätzen vermischen sich der Duft von frisch gebackenem Buccellato, dem traditionellen Anisbrot der Stadt, und feinem Espresso. Durch geöffnete Fenster der Musikhochschule dringen immer wieder Klänge klassischer Klaviersonaten oder Opernarien nach draußen. Die Einwohner pflegen ein gelassenes, kultiviertes Miteinander und begegnen Besuchern mit vornehmer Höflichkeit. Das Stadtbild aus weißem Marmor, grünem Serpentin und warmem Ziegelstein strahlt eine vollkommene architektonische Ausgewogenheit aus. Lucca wirkt geborgen, zeitlos schön und tief verwurzelt in seiner reichen Musik- und Handelsgeschichte.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Lucca wurde als etruskische Siedlung gegründet und stieg im zweiten Jahrhundert vor Christus zur bedeutenden römischen Bürgerkolonie Luca auf. Im Jahr 56 vor Christus fand hier das berühmte Triumviratstreffen zwischen Julius Cäsar, Pompejus und Crassus statt. Im Frühmittelalter florierte die Stadt dank ihrer Lage an der bedeutenden Pilgerstraße Via Francigena und dem lukrativen Seidenhandel. Jahrhundertelang verteidigte die Republik Lucca ihre Unabhängigkeit erfolgreich gegen das mächtige Nachbarrivalen Florenz. Zum Schutz dieser Freiheit errichteten die Bürger im 16. und 17. Jahrhundert den gewaltigen Festungswall, der niemals militärisch erstürmt wurde. Giacomo Puccini wuchs in einer alteingesessenen lucchesischen Musikerfamilie auf und schuf unvergessliche Meisterwerke der Operngeschichte wie Tosca und La Bohème. Das traditionsreiche Fest Santa Croce im September ehrt das Volto Santo mit einer prachtvollen Lichterprozession durch die abgedunkelten Straßen. Diese Feierlichkeiten verbinden jahrhundertealten Glauben mit lebendiger bürgerlicher Festkultur.