Stadtgefühl
So fühlt sich Modica an
Modica empfängt Besucher mit der atemberaubenden Theatralik und süßen Verführung einer barocken Weltstadt. Die honigfarbenen Paläste und Kirchen klammern sich wie Schwalbennester an die steilen Kalksteinwände der Schlucht. Auf dem Corso Umberto I herrscht ein lebhaftes, elegantes Treiben unter prächtigen Balkonkonsolen mit Fratzen und Fabelwesen. Der unverwechselbare Duft von edlem Kakao, Zimt, Vanille und feinstem Mandelgebäck erfüllt die Straßen. An den steilen Freitreppen des Doms San Giorgio steigen Besucher wie in den Himmel empor. Am Nachmittag taucht das warme Sonnenlicht die Fassaden in ein goldenes Leuchten. Wenn die Dämmerung einbricht, verwandelt sich die Stadt in eine lebendige Weihnachtskrippe aus tausenden funkelnden Lichtern an den Hängen. In den historischen Manufakturen wird Schokolade nach jahrhundertealter Tradition von Hand geschlagen. Diese unvergleichliche Symbiose aus vertikaler Barockarchitektur, aztekischem Schokoladenzauber und sizilianischer Lebensfreude verzaubert jeden Reisenden nachhaltig.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Ursprünge der Siedlung reichen bis in die Zeit der Sikeler zurück, die den Felsen als Motyka bewohnten. Im Mittelalter stieg die Stadt unter den Chiaramonte zur Hauptstadt der mächtigen Grafschaft Modica auf, die als Staat im Staate weite Teile Siziliens beherrschte. Nach der verheerenden Zerstörung durch das Erdbeben von 1693 bauten geniale Baumeister wie Rosario Gagliardi die Stadt im Stil des sizilianischen Spätbarocks wieder auf. Die spanischen Vizekönige brachten im sechzehnten Jahrhundert die aztekische Rezeptur der Kaltverarbeitung von Kakao nach Modica, die bis heute unverändert gepflegt wird. Im Jahr 2002 wurde Modica als Teil des Val di Noto in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Im Jahr 2018 erhielt die Modica-Schokolade als erste Schokolade Europas das geschützte Gütesiegel IGP. Die Verehrung des Heiligen Georg und des Heiligen Petrus prägt das religiöse Brauchtum mit traditionsreichen Festen. Die Bürger bewahren ihr weltberühmtes kulturelles und kulinarisches Erbe mit außerordentlichem Stolz.