Stadtgefühl
So fühlt sich Scicli an
Scicli empfängt Besucher mit der filmischen Eleganz und atemberaubenden Theatralik einer barocken Schluchtenstadt. Der helle Kalkstein der Paläste und Kirchen leuchtet intensiv vor den schroffen, dunklen Felswänden der Schluchten. Auf der Via Mormino Penna herrscht ein heiteres, vornehmes Treiben unter kunstvoll geschnitzten Balkonen mit Maskenfratzen. Der Duft von ofenfrischer Focaccia, feinstem Mandelgebäck, geröstetem Kaffee und mediterranen Kräutern zieht durch die Straßen. An den Hängen kleben alte Steinhäuser wie ein Schwalbennest an den Klippen. Zur Mittagszeit legt sich eine andächtige Stille über die lichten Straßenfluchten der Altstadt. Am Abend verwandelt sich das Tal in eine lebendige Freilichtbühne im goldenen Licht der Straßenlaternen. Diese unvergleichliche Symbiose aus barockem Welterbe, dramatischer Felsenlandschaft und sizilianischer Lebensfreude nimmt jeden Gast gefangen.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Ursprünge der Siedlung reichen bis in die Zeit der Sikeler zurück, die die Höhlen der Schluchten besiedelten. Im Mittelalter wuchs die Stadt unter arabischer und normannischer Herrschaft zu einer blühenden Festungsstadt heran. Nach der verheerenden Zerstörung durch das Erdbeben von 1693 bauten geniale Baumeister die Stadt in der Talsohle im Stil des sizilianischen Spätbarocks völlig neu auf. Meisterhafte Bildhauer schufen mit dem Palazzo Beneventano eines der extravagantesten Barockdenkmäler Europas. Im Jahr 2002 wurde Scicli als Teil des Val di Noto in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Die weltweite Ausstrahlung der Montalbano-Verfilmungen machte die Stadt zu einem internationalen Sehnsuchtsort. Die Verehrung der Madonna delle Milizie und das Osterfest U Gioia prägen das religiöse Brauchtum mit spektakulären Festen. Die Bürger bewahren ihr reiches architektonisches Erbe mit außerordentlichem Stolz.