Stadtgefühl
So fühlt sich Vittoria an
Vittoria empfängt Besucher mit der wohlgeordneten Eleganz und geschäftigen Vitalität einer sizilianischen Wein- und Jugendstilmetropole. Das warme Terrakotta und der lichte Kalkstein der Fassaden leuchten harmonisch in den schachbrettartigen Straßenfluchten. Auf der Via Cavour herrscht ein lebhaftes, vornehmes Treiben unter kunstvoll geschmückten Jugendstilbalkonen. Der Duft von feinstem Cerasuolo-Wein, ofenfrischem Brot, süßem Mandelgebäck und aromatischem Espresso zieht durch die Straßen. In den renommierten Vinotheken klingt das Klirren der Gläser bei der Verkostung der Spitzenweine. Zur Mittagszeit legt sich eine friedliche Ruhe über die lichten Plätze der Altstadt. Am Abend verwandelt sich die Piazza del Popolo in eine stimmungsvolle Bühne vor der beleuchteten Theaterfassade. Diese gelungene Symbiose aus önologischer Spitzenklasse, städtebaulicher Harmonie und sizilianischer Gastfreundschaft nimmt jeden Besucher gefangen.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Geschichte der Stadt begann am 24. April 1607 mit der planmäßigen Gründung durch die Gräfin Vittoria Colonna Henriquez nach königlicher Erlaubnis. Um das Ippari-Tal urbar zu machen, vergab die Gräfin Parzellen an Siedler unter der Bedingung, Weinberge anzupflanzen, was die Geburt des Cerasuolo-Weins einleitete. Nach dem Erdbeben von 1693 wurden die Sakralbauten im Stil des sizilianischen Barocks erneuert. Im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert brachte der florierende Weinexport nach Frankreich großen Wohlstand hervor, der die Errichtung des Theaters und prachtvoller Jugendstilpaläste ermöglichte. Im Jahr 2005 erhielt der Cerasuolo di Vittoria als erster Wein Siziliens die höchste italienische Qualitätsstufe DOCG. Die Verehrung des Heiligen Johannes des Täufers prägt das religiöse Brauchtum mit festlichen Prozessionen im Juli. Die Bürger bewahren ihre reiche Weintradition und ihr architektonisches Erbe mit außerordentlichem Stolz.