Stadtgefühl
So fühlt sich Pistoia an
In Pistoia erleben Besucher eine wohltuende, unaufgeregte toskanische Ursprünglichkeit fernab großer Touristenströme. Das Klappern von Geschirr und das lebhafte Feilschen der Markthändler auf der Piazza della Sala prägen den Vormittag. Auf den Bänken vor der Kathedrale sitzen ältere Bürger und diskutieren die Neuigkeiten des Tages im Schatten des Glockenturms. Durch die schmalen Gassen weht der Duft von geröstetem Kaffee und frischem toskanischem Gebäck wie den berühmten Aniswaffeln Brigidini. Am Nachmittag taucht das weiche Sonnenlicht die grün-weißen Marmorfassaden in warme Kontraste. Die Einwohner pflegen eine herzliche, ehrliche Gastfreundschaft und begegnen Gästen mit natürlicher Offenheit. Pistoia wirkt geborgen, geschichtsbewusst und tief verbunden mit der grünen Landschaft seiner Baumschulen. Reisende finden hier das unverfälschte Herz der Toskana in seiner reinsten Form.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Pistoia entstand in römischer Zeit als befestigtes Militärlager Pistoria an der bedeutenden Konsularstraße Via Cassia. Im Mittelalter entwickelte sich die Siedlung zu einer mächtigen freien Stadtrepublik, die in stetem Wettbewerb mit Florenz stand. Die berüchtigten Kämpfe zwischen den verfeindeten Adelsfraktionen der Schwarzen und Weißen Guelfen nahmen hier ihren historischen Ausgang. Im 12. Jahrhundert gelangte eine bedeutende Reliquie des Apostels Jakobus aus Santiago de Compostela in die Stadt, was Pistoia zu einem wichtigen europäischen Pilgerzentrum machte. Der Bau des monumentalen Silberaltars durch Generationen von Goldschmieden zeugt von der tiefen Frömmigkeit und dem Reichtum der Bürger. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt endgültig in das Großherzogtum Toskana der Medici eingegliedert. Das historische Reiterspiel Giostra dell'Orso am 25. Juli zu Ehren des Heiligen Jakobus bildet den festlichen Höhepunkt des Jahres. Die vier historischen Stadtviertel treten dabei im ritterlichen Lanzenstechen gegeneinander an. Dieses Fest hält die mittelalterlichen Traditionen der Stadt lebendig.