Stadtgefühl
So fühlt sich Foroglio an
In Foroglio empfängt Besucher die archaische Urgewalt und tiefe Stille eines unverfälschten Alpendorfs. Das donnernde Tosen der Cascata di Foroglio erfüllt das Tal mit einer majestätischen, allgegenwärtigen Akustik. Die feine Gischt des herabstürzenden Wassers liegt wie ein erfrischender Nebel in der klaren Bergluft. Dunkle Granitsteinhäuser mit schweren Dächern trotzen seit Jahrhunderten den herabfallenden Felsmassen. Riesige Felsblöcke liegen zwischen den Häusern und verleihen dem Ort ein mystisches, urtümliches Gesicht. Im traditionellen Grotto duftet es nach frisch gekochter Polenta, Holzkohlenfeuer und würzigem Alpkäse. Der vollständige Verzicht auf Stromleitungen lässt die Zeit hier vollkommen stillstehen. Am Nachmittag bricht sich das Sonnenlicht im Sprühnebel des Wasserfalls zu leuchtenden Regenbögen. Es ist ein Ort der Naturgewalten, der Demut und des vollkommenen Staunens.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Besiedlung des Val Bavona reicht bis in das Frühmittelalter zurück, als Bauern das enge Tal für die saisonale Viehwirtschaft nutzten. Wegen dramatischer Felsstürze und Überschwemmungen gaben die Bewohner im 16. Jahrhundert ihre ganzjährigen Siedlungen auf und zogen ins Maggiatal. Fortan diente Foroglio als temporäre Alpsiedlung während der Sommermonate. Eine bewusste Entscheidung der Talgemeinschaft im 20. Jahrhundert bewahrte das Tal vor dem Anschluss an das Stromnetz, um die unberührte Kulturlandschaft zu schützen. Die traditionelle Nutzung von Hohlräumen unter Felssturzblöcken, den sogenannten Splüi, als Keller und Ställe zeugt von genialer Anpassung an die Natur. Die kleine Kapelle aus dem 15. Jahrhundert bezeugt die tiefe Frömmigkeit der Bergbauern. Heute steht Foroglio unter strengem eidgenössischem Denkmalschutz als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung.