Stadtgefühl
So fühlt sich Pollegio an
In Pollegio treffen zukunftsweisende Ingenieurkunst und jahrhundertealte Bildungstradition unmittelbar aufeinander. Im Talbereich zeugen die modernen Bauten des Tunnelzentrums vom Pioniergeist des Alpentransits. Steigt man jedoch zum alten Dorfkern am Hangfuß hinauf, weicht die Technik einer tiefen, geschützten Ruhe. Das imposante Renaissancegebäude des Kollegiums strahlt eine erhabene Würde aus. An den steilen Hangterrassen leuchten die Reben des Merlot im warmen Sonnenlicht der Leventina. Der Duft von feuchtem Stein, Weinfässern und Wiesenblumen liegt in der Luft. Einheimische begegnen sich in den kleinen Cafés zu einem freundlichen Gespräch im Dialekt. Der weite Blick über die Talebene von Biasca vermittelt ein Gefühl von Offenheit und Weite. Am Abend taucht die untergehende Sonne das Dorf in warmes Licht. Es ist ein Ort des Wissens, des Fortschritts und der gelebten Tessiner Dorfkultur.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Besiedlung von Pollegio reicht bis in das Mittelalter zurück, als der Ort als Raststation an der Gotthard-Transitroute entstand. Ein herausragendes historisches Ereignis war die Gründung des Kollegiums Santa Maria im Jahr 1588 durch Kardinal Carlo Borromeo zur Priesterausbildung. Das Kollegium entwickelte sich zu einem der bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren der gesamten Südschweiz. Über Generationen lebte die Bevölkerung zudem von Terrassenweinbau, Landwirtschaft und der Bewirtschaftung der Bergwälder. Im 21. Jahrhundert wurde Pollegio durch den Bau des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels weltberühmt. Das hiesige Informationszentrum begleitete das gigantische Bauprojekt über zwei Jahrzehnte hinweg. Trotz der verkehrstechnischen Großprojekte bewahrte die Gemeinde ihren historischen Ortskern mit großer Sorgfalt. Heute pflegt Pollegio sein baukulturelles und bildungsgeschichtliches Erbe mit großem Verantwortungsbewusstsein.