Stadtgefühl
So fühlt sich Prato an
In Prato verschmelzen geschäftige Innovationskraft, weltoffene Dynamik und tief verwurzelte toskanische Tradition. In den Cafés der Piazza del Comune treffen sich Kaufleute, Designer und Handwerker zum morgendlichen Austausch. Aus den traditionellen Pasticcerien strömt der Duft der berühmten Mandelgebäcke Cantucci di Prato und saftiger Pfirsichgebäcke Pesche di Prato. Am Nachmittag leuchten die grün-weißen Marmorstreifen des Doms im warmen Licht der Sonne. Die Bürger sind stolz auf ihren Kaufmannsgeist, der die Stadt seit Jahrhunderten zu Wohlstand und Unabhängigkeit führte. Junge Künstler und Studenten prägen die Szene rund um die Ausstellungsräume und Kulturzentren. Das städtische Leben pulsiert energiegeladen und zugleich unaufgeregt bodenständig. Reisende erleben eine lebendige Metropole, die ihr mittelalterliches Erbe mit mutigem Blick in die Zukunft verbindet.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Prato entwickelte sich im Frühmittelalter rund um die Pfarrkirche Santo Stefano und die Wehranlage der Adelsfamilie Alberti zu einem wichtigen Marktort. Im 13. Jahrhundert ließ Kaiser Friedrich II. das monumentale Castello dell'Imperatore als staufische Bastion in Mittelitalien errichten. Der geniale Kaufmann Francesco Datini begründete im 14. Jahrhundert ein europaweites Handelsnetz und gilt als Erfinder des modernen Wechsels und der doppelten Buchführung. Berühmt ist die Stadt für die Reliquie des Heiligen Gürtels der Jungfrau Maria Sacra Cintola, die im Dom aufbewahrt und fünfmal jährlich feierlich gezeigt wird. Donatello und Michelozzo schufen für diese Zeremonie die einzigartige Außenkanzel an der Kathedralfassade. Im 19. und 20. Jahrhundert stieg die Stadt durch moderne Spinnereien und Webereien zum größten Textilzentrum Europas auf. Das traditionsreiche Fest Corteggio Storico am 8. September zelebriert diese Geschichte mit prachtvollen Trachtenumzügen und Fahnenschwingern. Diese Bräuche halten die historische Identität der Bürger lebendig.