Stadtgefühl
So fühlt sich La Atalaya an
In La Atalaya liegt stets der feuchte, erdige Geruch von frischem Ton und gebranntem Terracotta in der Luft. Das Klopfen der Holzspateln beim Formen der Gefäße hallt leise durch die steilen Felsengassen. Aus den offenen Höhleneingängen dringt das fröhliche Plaudern der Bewohner herüber, die auf ihren Terrassen sitzen. Wanderer und Kulturinteressierte schlendern über die Treppenwege und bewundern die weiß getünchten Vorbauten vor dem dunklen Fels. Am Nachmittag taucht die Sonne die Hänge der Schlucht in ein warmes, rötliches Licht. Wenn die Dämmerung einsetzt, kehrt eine friedliche Gebirgsruhe über den Felsenwohnungen ein.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Felsenhänge von La Atalaya dienten bereits den Altkaraniern vor der spanischen Kolonisation als Siedlungsplatz, begünstigt durch die weichen Tuffsteinschichten. Nach der Eroberung im 15. Jahrhundert entstand hier die größte Töpfersiedlung der Kanarischen Inseln, bewohnt von einfachen Handwerkerfamilien. Die Frauen des Ortes, die Loceras, bewahrten die uralte Technik der Formung von Gefäßen ausschließlich mit Händen und runden Kieselsteinen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein lebten die meisten Familien ausschließlich in den kühlen Felsenhöhlen und verkauften ihre Keramik auf der gesamten Insel. Mit der Eröffnung des Centro Locero sicherte die Gemeinde das Überleben dieses einzigartigen immateriellen Kulturerbes. Alljährlich im Juni feiert der Ort das Fest zu Ehren des Schutzpatrons San Pedro mit Folklore, Kunsthandwerk und Prozessionen.