Stadtgefühl
So fühlt sich Tunte an
In Tunte bestimmt die ehrwürdige Ruhe eines historischen Verwaltungssitzes und Pilgerortes den Tagesablauf. Das dumpfe Schlagen der Kirchenglocken hallt regelmäßig durch den weiten Vulkankessel und bricht die Stille der Berge. Pilger mit Wanderstöcken und Jakobsmuscheln am Rucksack ruhen sich auf den Bänken der Plaza aus und genießen die Kühle alter Bäume. Aus den Küchen der Dorfgasthäuser weht der verlockende Duft von gebratenem Fleisch und regionalem Likör herüber. Die mächtigen Basaltwände schirmen das Tal ab und erzeugen ein Gefühl zeitloser Geborgenheit. Am Abend leuchten die Straßenlaternen die geschnitzten Holzbalkone warm an.
Geschichte & Kultur
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Das Gebiet von Tunte war vor der europäischen Kolonisation ein bedeutender Hauptort der indigenen Canarios im Süden der Insel. Nach der blutigen Eroberung Ende des 15. Jahrhunderts gründeten spanische Siedler die Pfarrei und weihten sie dem heiligen Bartholomäus und dem Apostel Jakobus. Die Kirche erhielt päpstliche Privilegien, wodurch Tunte zum einzigen anerkannten Jakobswegziel außerhalb des europäischen Festlandes wurde. Über Jahrhunderte fungierte der Ort als politisches und administratives Zentrum der weitläufigen Region Tirajana. Die Einführung des Kirsch- und Mandelanbaus im 19. Jahrhundert brachte der Bevölkerung stabilen Wohlstand. Alljährlich im Juli feiert der Ort das Fest Fiesta de Santiago mit feierlichen Prozessionen, Folklore und Pilgerumzügen.